DFG-Projekt: JUKNOW

Die Rolle der wissenschaftlichen Beurteilung in der Wissenserzeugung: Eine qualitative Studie über interpersonelle und kollektive Urteilsbildung in der wissenschaftlichen Praxis

 


 

Das Projekt in Kürze

Wissenschaftliche Ergebnisse stehen hinsichtlich ihrer Belastbarkeit und Reproduzierbarkeit aber auch hinsichtlich möglicher Verzerrungen im Zentrum des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesses. Aus sozial epistemologischer Sicht stehen die Perspektiven aktiv forschender WissenschaftlerInnen aus dem Bereich der Kognitions- und Entscheidungswissenschaften über ihre interpersonelle und kollektive Urteilsbildung beim Forschungsprozess im Fokus. Dabei werden philosophische Fragen der epistemischen Praxis untersucht. Wie werden unterschiedliche Anforderungen von kognitiver Arbeitsteilung (z.B. epistemische Abhängigkeit und epistemisches Vertrauen) und Zusammenarbeit im Zusammenhang mit forschungsinhärenten Anerkennungsdynamiken zusammen mit dem Anspruch, belastbare wissenschaftliche Beiträge zu liefern und dafür zurechnungsfähig zu sein, aus Sicht der Forschenden reflektiertDas Untersuchungsfeld dieses Forschungsprojekts über die Rolle und die Entwicklung der interpersonellen und kollektiven Urteilsbildung reicht vom Forschungsprozess (experimentieren) zum kommunizieren und Veröffentlichen der Ergebnisse. Forschungsgruppen aus den experimentell arbeitenden Kognitionswissenschaften und Entscheidungswissenschaften, die sich mit Wissensprozessen befassen und in deutschen Forschungseinrichtungen arbeiten, können bei JUKNOW teilnehmen. Fragen der Verlässlichkeit und Stabilität von Ergebnissen, während des Prozesses des Experimentierens bis zur Publikation, werden in der sozialen Praxis des individuellen und gemeinschaftlichen Schließens in Feldarbeit mit zwei Forschungsgruppen in Deutschland und in Einzelinterviews auf internationalen Konferenzen untersucht. Letztere werden auf internationalen Konferenzen in und außerhalb von Europa für dieses Projekt akquiriert. (Siehe Forschungsaufruf – Link/kommt später). Methodisch kombiniere ich philosophische Reflexion und Theoriebildung im Projekt JUKNOW mit qualitativen Methoden aus der Soziologie, um philosophische Forschungsfragen der sozialen Erkenntnistheorie mit qualitativer Datenanalyse zu informieren. Mit Hilfe von Interviews, teilnehmender Beobachtung u.a. werden Prozesse der Wissensgenerierung hinsichtlich der intersubjektiven und kollektiven Urteilsbildung in der wissenschaftlichen Praxis analysiert. Die empirisch bereicherten Konzepte sollen zu einem erweiterten und besseren Verständnis von philosophischen Fragestellungen der Wissensgenerierung beitragen.

Das Projekt strebt an, einen Beitrag zur Diskussion des Verhältnisses zwischen individuellen und kollektiven Urteilsbildung in Zusammenhang mit belastbarem Wissen zu leisten. Die Ergebnisse sollen auch in Hinblick der Wissenschaftsforschung unterschiedlicher Disziplinen sowie in der Ausbildung für zukünftiger Forschender nützlich sein.


Projektlaufzeit 15.09.2022 - 14.09.2025
Projektleitung: Dr. Nora Hangel