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DFG-Projekt: Wettbewerbspositionierungen

Wettbewerbspositionierungen von Universitäten und ihren Mitgliedern

ZUSAMMENFASSUNG

Das Teilprojekt untersucht die Wettbewerbspositionierungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Zusammenhang mit den Wettbewerbspositionierungen ihrer Universitäten.

Unter Wettbewerbspositionierung von Universitäten werden Leistungs- und Statusdifferenzen sowie entsprechende Ambitionen und Strategien im Wettbewerb um Reputation, Ressourcen und Talent gefasst, die Universitäten verfolgen. Als strategische organisationale Akteure können Universitäten sich hinsichtlich ihrer Wettbewerbsambitionen und Positionierungsstrategien in unterschiedlichen Wettbewerbsfeldern unterscheiden. Unter Wettbewerbspositionierung von Universitätsmitgliedern wird deren Selbstbeschreibung verstanden, die sich auf die Konkurrenz um Reputation, Ressourcen und Beschäftigung sowie das Verhalten von Konkurrentinnen und Konkurrenten bezieht.

Arbeitsthese des Projektes ist, dass die Wettbewerbspositionierungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Kontext des multiplen Wettbewerbs im Hochschul- und Wissenschaftssystem nicht nur in Abhängigkeit von der jeweiligen Scientific Community, sondern auch in Zusammenhang mit organisationalen Wettbewerbspositionierungen variiert. Das Teilprojekt geht dieser These in einem qualitativen Forschungsdesign nach, das die Wettbewerbspositionierungen von sechs deutschen Universitäten auf Basis von Dokumentenanalysen und Interviews mit Hochschulleitungen mit den Wettbewerbspositionierungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die über Webseiten-, CV- und Interviewanalysen untersucht werden, in Beziehung setzt. Für die zweite Förderperiode der Forschungsgruppe sind internationale Vergleiche geplant.                                                                                                                                                                                                             

Projektlaufzeit01.06.2021 - 31.05.2024
ProjektleitungProf. Dr. Anna Kosmützky
Projektteam
Leibniz Universität Hannover

Leonie Buschkamp, M.A.

Tobias Bochmann, M.A.

Rasmus Bonde Schmid, B.A.

FORSCHUNGSGRUPPE MULTIPLER WETTBEWERB IM HOCHSCHULSYSTEM

Das Projekt ist Teil der von der DFG geförderten Forschungsgruppe "Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem“. Darin bearbeiten Forscherinnen und Forscher aus der Soziologie, der Volkswirtschafts- und der Betriebswirtschaftslehre acht Teilprojekte an acht Universitäten.

Die Forschungsgruppe hat zum Ziel, mittels soziologischer und wirtschaftswissenschaftlicher Zugänge zu einem umfassenden Verständnis des multiplen Wettbewerbs im Hochschulsystem beizutragen. Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem bedeutet, dass individuelle und kollektive Akteure gleichzeitig in mehrere ineinander geschachtelte und interdependente Wettbewerbe eingebunden sind. Das Zusammenwirken der einzelnen Wettbewerbe lässt ein komplexes Geflecht an Anforderungen entstehen, denen sich Akteure ausgesetzt sehen. Ihre nicht aufeinander abgestimmten Wettbewerbsstrategien prägen zunehmend die Hochschul- und Wissenschaftsentwicklung mit vielfach nicht-intendierten Folgen.

Das interdisziplinäre Vorhaben soll klären, wie sich Akteure im Wettbewerb positionieren, welche Dynamiken der multiple Wettbewerb in seinen verschiedenen Ausprägungen und auf den verschiedenen Ebenen des Hochschulsystems entfaltet und welche Folgewirkungen er hat. Dabei untersuchen die einzelnen Teilprojekte jeweils konkrete Ausprägungen des multiplen Wettbewerbs und die Beziehungen der zugrundeliegenden Wettbewerbe. Gleichwohl kann nur die Forschungsgruppe in ihrer Gesamtheit ein umfassendes Bild des multiplen Wettbewerbs im Hochschulsystem zeichnen, indem sie die Ergebnisse der Teilprojekte verknüpft und die übergreifende Theoriebildung leistet. Angesichts der weiten Verbreitung wettbewerblicher Steuerungselemente ist das auf diese Weise entwickelte vertiefte Verständnis interdependenter Wettbewerbsdynamiken über den konkreten Forschungskontext hinaus von grundlegender wissenschaftlicher Bedeutung für die Analyse anderer Gesellschaftsbereiche, in denen ebenfalls kein übergreifendes Bewertungs- und Preissystem existiert. Darüber hinaus werden relevante Ergebnisse für die Hochschulpolitik und -förderung erwartet.

DFG Forschungsgruppe Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem

 

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