LCSS Graduiertenschule
Ehemalige Promovierende

Ehemalige Promovierende

Dr. Jessica Beyer

Thema der Dissertation:

Soziale Raumkonstitution von Studierenden. Eine qualitative empirische Analyse an privaten Hochschulen (2021)

Hochschulen in privater Trägerschaft zeichnen sich, neben einem vergleichsweise hohen Praxisbezug in ihrem Bildungsangebot, bspw. durch die Möglichkeit eines dualen, berufsbegleitenden, Fern- oder Teilzeitstudiums sowie entsprechende Kooperationen mit regionalen Akteuren, aus. In meiner Dissertation gehe ich deshalb davon aus, dass Private Hochschulen insbesondere dort zu räumlicher Strukturierung und gesellschaftlicher Teilhabe beitragen können, wo Investitionen in staatliche (Bildungs-)Infrastruktur zunehmend zur Disposition stehen. Ich untersuche daher, wie der (soziale) Raum der Hochschule von den Studierenden wahrgenommen, im alltäglichen Handeln genutzt bzw. reproduziert wird und welche (gesellschaftlich) vorstrukturierten Muster der Wahrnehmung und Deutung dabei relevant werden.

Ziel ist es, eine Typologie sozialer Raumkonstruktionen der Studierenden zu erarbeiten, die einerseits empirisch gesichertes Wissen über die sozialen Prozesse der Konstruktion von (Hochschul-)Raum beisteuert sowie räumliche Strukturen in ihrer sozialen bzw. sozialstrukturellen Wirksamkeit aufgreift.


Dr. Ann-Christin Bartels

Thema der Dissertation:

Der Sonderfall „medizinische Promotion“: Motivation, Struktur und Rahmenbedingungen (2018)

Im Rahmen des Projekts werden die Promotionswege von Studierenden der Human- und Zahnmedizin untersucht. Im Fokus stehen zum einen die individuellen Entscheidungsprozesse der Studierenden für bzw. gegen die Promotionsaufnahme. Zum anderen sollen bestehende Strukturen und Rahmenbedingungen evaluiert, mögliche Probleme während des Promotionsprozesses identifiziert und Idealbedingungen erhoben werden, unter denen die Studierenden promovieren möchten. Aus der bisherigen Forschung ist bereits bekannt, dass die Promotionsmotivation und -bedingungen teilweise starke fächerspezifische Unterschiede aufweisen. Oftmals werden die Human- und Zahnmedizin aufgrund ihrer besonderen Promotionskultur (Promotion neben dem Studium) jedoch aus den Untersuchungen ausgeschlossen, sodass nur wenige Befunde existieren.

Die empirische Untersuchung basiert auf einer Onlineerhebung an der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Oldenburg unter den Studierenden der Human- und Zahnmedizin.


Dr. Alex Fenton

Thema der Dissertation:

Official Statistics and the Welfare State: The Production of Poverty and Income Statistics in Britain and Germany since 1970 (2018)

Die Dissertation geht zwei Fragen in Bezug auf die amtliche Statistik nach. Erstens, wie werden Statistiken produziert: Welche Institutionen sind dafür zuständig, wer entscheidet über Erhebungen und die darin verwendeten Kategorien, was macht Statistiken zu legitimem wahrem Wissen? Zweitens, welche Merkmale und Praktiken sind für die amtliche Statistik im Wohlfahrtstaat in Deutschland und Großbritannien besonders prägend? Gibt es Erfassungsansätze, gesellschaftliche Bereiche oder Anwendungen von Zahlen, durch welche die Statistik von 1970 bis heute gekennzeichnet wird?

Empirisch werden diese Fragen am Beispiel der Entwicklung von Einkommens- und Armutsstatistiken in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland seit 1970 untersucht.



Dr. Anna Erika Haegglund

Thema der Dissertation:

From Educational Decisions to Labour Market Consequences (2018)


Dr. Sebastian Jakob

Thema der Dissertation:

Regulatory Science under Pressure? A Case Study of three Governmental Research Agencies in Germany (2021)    


My project revolves around the question of how Regulatory Science actors deal with changed conditions of legitimacy. It derives from several key developments in the last decades: (1) the improved flow of information via the internet (Castells 2003); (2) scientification of society (Bell 1976; Kreibich 1986); (3) the relativism of scientific knowledge through experts and counter-experts; (4) the growing risks due to the development of modern technologies (Beck 1986, 2007), and (5) the relativism of science through science and society (Collins 1985; Jensen 2017). Considering these assumptions, my research question is as follows: How do Regulatory Science actors act to pressure for credibility and increasing accountability to the public? To answer the question I will conduct a multi case study with three GRAs in Germany.  

Regulatory Science is peculiar to Academic Science, because it differs in several aspects from it. Mainly Jasanoff (1994) and Salter (1988) developed the concept of Regulatory Science. At the heart of the approach is the assumption that science used in policy-contexts is fundamentally different from science without a direct mandate, so-called ‘pure research’. The main differences are the audiences (governmental bodies vs. scientific community), the time-frame (limited vs. open-ended) and the political influences (mandated vs. independent) of the scientific work. In Germany, actors in Regulatory Science are the Governmental Research Agencies (GRA) that belongs to the ministries. The Federal Government defines tasks for the GRAs like institutionalized and purpose-oriented in-house research in its own facilities and) the formation and support of expert systems under the principle of economy and expediency (Bundesregierung 2007).

GRAs are under public attack if their scientific knowledge contains epistemic uncertainties and conflict in the same time with political, moral, social or economic interests (Leuschner 2012). These can be topics of high social relevance, but also very specific scientific sub-areas. This work deals with these specialized areas, more precisely with the legitimation and objectivity within Regulatory Science. Regulatory Science is all about weighing political, moral, social and economic interests and come to an assessment of uncertainties and risk. In three case studies, I will provide information about the changing conditions of legitimation and the effects on the work for GRAs in Germany.


Dr. Anna Ewa Marczuk

Thema der Dissertation:

Is Higher Education Really Higher and Secondary Education Merely Secondary? How Educational Institutions Influence the Signaling of Higher and Vocational Degrees and Shape Labour Market Outcomes Within European Countries (2019)

Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach, wieso der Vorsprung von Akademikerinnen und Akademikern auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Absolventinnen und Absolventen Beruflicher Bildung in einigen Ländern stärker ausgeprägt ist als in anderen. Um die Frage zu beantworten, werden institutionelle Ausgestaltungen beider Bildungsstufen, wie die Stratifizierung oder die berufliche Spezifität, in den Blick genommen. Der Einfluss dieser Institutionen wird mit dem Datensatz des EU-Labour Force Survey analysiert. Die verschiedenen Institutionen werden nicht nur einzeln betrachtet, vielmehr interessiert, wie verschiedene Kombinationen der Institutionen auf die Jobmerkmale wirken (z.B. kleines Hochschulsystem & spezifische Berufliche Bildung).

Ziel ist es besser zu verstehen, wieso der Unterschied in Arbeitsmarkterträgen zwischen Absolventinnen und Absolventen beruflicher und akademischer Bildung in einigen Ländern höher ist als in anderen.


Dr. Michaela Pook-Kolb

Thema der Dissertation (in Kooperation mit Friederike Knoke):

Teilen oder nicht teilen – Die Logik des Schützens von Forschungsdaten (2020)

Das Brückenprojekt befasst sich aus soziologischer und rechtswissenschaftlicher Sicht damit, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mit Forschungsdaten umgehen. Im Rahmen einer empirischen Erhebung sollen die disziplinspezifischen Praktiken von Wissenschaftler/innen im Umgang mit selbst erzeugten Forschungsdaten erhoben werden. Zu diesem Zweck werden in vier unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen (Biologie, Linguistik, Medizin, Psychologie) Interviews mit (Post-)Doktorandinnen und (Post-)Doktoranden zu ihren aktuellen Forschungsprojekten geführt. Weiterhin werden die bestehenden Regelungskonzepte dargestellt und diese dann mit den aus den empirischen Ergebnissen hervorgehenden Interessen der Forscherinnen und Forscher verglichen.

Ziel des Brückenprojektes ist es, neue Erkenntnisse über die Handlungsorientierungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezüglich des Umgangs mit Forschungsdaten zu gewinnen und darauf basierend das in Bezug auf Forschungsdaten geltende Recht zu evaluieren.


Dr. Thorben Sembritzki

Thema der Dissertation: 

Binnendifferenzierung der Professur – Analysen zu den sich wandelnden Strukturen des zentralen Stellentypus im deutschen Hochschulsystem (2020)

Die Professur stellt den zentralen Stellentypus im deutschen Hochschulsystem dar. Allerdings gibt es Anzeichen für eine Zunahme von Varianten bei der konkreten Ausgestaltung von Professuren, etwa mit Blick auf die Zugangs- und Qualifizierungswege, den genauen Aufgabenzuschnitt, die Ausstattung, die Finanzierung, die organisationale Einbettung oder erwünschte spezifische Merkmale der Professorinnen und Professoren selbst. Besondere systembedingte Unterschiede bestehen dabei zusätzlich zwischen Universitäten und FH/HAW.

Ich beschäftige mich mit den Strukturen und Bedingungen (Hochschulgesetze, Förderprogramme, Modellprojekte), die einer solchen Binnendifferenzierung der Professur mittels verschiedener Instrumente zugrunde liegen und die sich in der konkreten Gestaltung von Karrierewegen und Stellenprofilen für Professuren auf verschiedenen Ebenen (Bund, Bundesland, Hochschule, Fakultät) niederschlagen.

Aus einer organisationssoziologischen Perspektive beschäftige ich mich vor allem mit der Frage, welche (z. B. rechtlichen oder finanziellen) Spielräume dabei den Handlungen von Hochschulen zugrunde liegen, wenn sie bestimmte Stellenvarianten implementieren, wie sie in diesem Rahmen agieren, und wann bzw. wie die Hochschulen selber neue Handlungsspielräume eröffnen.

Die kumulativ angelegte Promotion ist an das LCSS-Brückenprojekt Binnendifferenzierung der Professur angebunden.