LCSS Graduiertenschule
Promovierende

Promovierende


Zhanylai Asankulova

Thema der Dissertation:

Arbeitsmarkt Performance in Abhängigkeit von Auslandserfahrung

In meiner Forschung möchte ich untersuchen, wie internationale Erfahrungen die Arbeitsmarkt Performance der Individuen beeinflussen können. Die Studie vergleicht den Übergang in den Arbeitsmarkt mobiler und nicht-mobiler Studierender sowie deren weitere Karriereentwicklung. Dabei konzentriere ich mich auf den Selektionseffekt von mobilen Studierenden und mache die erste Analyse mit Daten zu deutschen Absolventen.


Jessica Baier

Thema der Dissertation:

Soziale Raumkonstruktionen von Studierenden an Privaten Hochschulen in ländlichen Räumen Niedersachsens

Hochschulen in privater Trägerschaft zeichnen sich, neben einem vergleichsweise hohen Praxisbezug in ihrem Bildungsangebot, bspw. durch die Möglichkeit eines dualen, berufsbegleitenden, Fern- oder Teilzeitstudiums sowie entsprechende Kooperationen mit regionalen Akteuren, aus. In meiner Dissertation gehe ich deshalb davon aus, dass Private Hochschulen insbesondere dort zu räumlicher Strukturierung und gesellschaftlicher Teilhabe beitragen können, wo Investitionen in staatliche (Bildungs-)Infrastruktur zunehmend zur Disposition stehen. Ich untersuche daher, wie der (soziale) Raum der Hochschule von den Studierenden wahrgenommen, im alltäglichen Handeln genutzt bzw. reproduziert wird und welche (gesellschaftlich) vorstrukturierten Muster der Wahrnehmung und Deutung dabei relevant werden.

Ziel ist es, eine Typologie sozialer Raumkonstruktionen der Studierenden zu erarbeiten, die einerseits empirisch gesichertes Wissen über die sozialen Prozesse der Konstruktion von (Hochschul-)Raum beisteuert sowie räumliche Strukturen in ihrer sozialen bzw. sozialstrukturellen Wirksamkeit aufgreift.


Frerk Blome

Thema der Dissertation:

Gelingensbedingungen akademischer Karrieren im Fächervergleich

In der Dissertation wird sich fächervergleichend mit Karriereverläufen von Hochschulprofessoren und Hochschulprofessorinnen beschäftigt. Auf Basis von lebensgeschichtlichen Interviews wird der Frage nachgegangen, wie erfolgreiche Wissenschaftskarrieren zustande kommen, welchen Einfluss biographische und gesellschaftliche Konstellationen nehmen und wie sich Erfolgsbedingungen zwischen den Disziplinen unterscheiden.


Frederike Gerdes

Thema der Dissertation: 

Die Einführung strukturierter Promotionsformen und ihr Einfluss auf die Promotionsphase in Deutschland

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist seit den 1980'er Jahren, durch die wachsende Bedeutung von qualifizierter Ausbildung und die Zunahme der Promotionszahlen, in den Fokus politischer Diskussionen gerückt (Enders & Kottmann 2009). Diese Diskussionen behandeln unter anderem die Probleme der Organisation der Promotionsphase. In der Kritik standen hier der geringe Strukturierungsgrad der Promotionsphase, sowie die langen Ausbildungszeiten (Korff et al. 2013). Mit der Einführung strukturierter Promotionsprogramme wurde auf diese Probleme reagiert (Kehm 2009). Allerdings weist der Forschungsstand zu strukturierten Promotionen Forschungslücken auf, die eine Aussage über die Verbesserung der Promotionsphase durch einen höheren Strukturierungsgrad nur eingeschränkt zulassen („Team Chance“ 2013).

Das Ziel meines Forschungsvorhabens ist daher, die strukturierten Promotionsprogramme in Deutschland bezüglich ihrer Struktur und ihrer Wirksamkeit in der Herstellung von Chancengleichheit zu untersuchen. Außerdem soll der Einfluss strukturierter Programme auf die Promotionsphase und den Karriereverlauf Promovierter untersucht werden. 


Jennifer Henze

Thema der Dissertation:

Bedingungen für Wissens-Kogenerierung in transdisziplinären Prozessen

Im Oktober 2016 begann ich meine Stelle bei der Forschungsgruppe PlanSmart am Institut für Umweltplanung der LUH. Das fünfjährige Projekt ist vom BMBF gefördert und in dem Bereich der sozio-ökologischen Forschung verortet. In diesem interdisziplinären Projekt beschäftigen wir uns mit der Planung und Umsetzung naturbasierter Lösungen in Flusslandschaften und unterstützen derzeit ein Praxisprojekt an der Lahn – das integrierte EU-LIFE Projekt „LiLa – Living Lahn“ – in seinem Entscheidungsprozess für die zukünftige Entwicklung des Flusses mit wissenschaftlichem Wissen. Hierfür arbeiten wir aus verschiedenen Disziplinen zusammen, Umweltplanung,  Politikwissenschaften, Ökologie, Geographie, Ökonomie und Soziologie, um so bestmöglich die Effekte bestimmter Maßnahmen auf die ökologische, ökonomische und soziale Situation abschätzen zu können.

In meiner Promotion beschäftige ich mich mit dem Thema Wissens-Kogenerierung in transdisziplinären Prozessen, also solchen, die Wissen aus Wissenschaft und Praxis gleichermaßen berücksichtigen und integrieren. Im Fokus stehen hier vor allem die involvierten Akteure des Praxisprojektes (offizielle Projektpartner) mit ihren unterschiedlichen Perspektiven, die auf verschiedenen Wissensbeständen beruhen. Es gilt zu untersuchen, unter welchen Bedingungen eine erfolgreiche Wissens-Kogenerierung stattfinden kann, die sozial robustes Wissen für Entscheidungen hervorruft und eine Anpassung der vorherigen Perspektiven in Form von Interessen und Werten abzeichnet.


Sebastian Jakob

Thema der Dissertation:

Regulatory Science under Pressure? A Case Study of three Governmental Research Agencies in Germany

My project revolves around the question of how Regulatory Science actors deal with changed conditions of legitimacy. It derives from several key developments in the last decades: (1) the improved flow of information via the internet (Castells 2003); (2) scientification of society (Bell 1976; Kreibich 1986); (3) the relativism of scientific knowledge through experts and counter-experts; (4) the growing risks due to the development of modern technologies (Beck 1986, 2007), and (5) the relativism of science through science and society (Collins 1985; Jensen 2017). Considering these assumptions, my research question is as follows: How do Regulatory Science actors act to pressure for credibility and increasing accountability to the public? To answer the question I will conduct a multi case study with three GRAs in Germany.  

Regulatory Science is peculiar to Academic Science, because it differs in several aspects from it. Mainly Jasanoff (1994) and Salter (1988) developed the concept of Regulatory Science. At the heart of the approach is the assumption that science used in policy-contexts is fundamentally different from science without a direct mandate, so-called ‘pure research’. The main differences are the audiences (governmental bodies vs. scientific community), the time-frame (limited vs. open-ended) and the political influences (mandated vs. independent) of the scientific work. In Germany, actors in Regulatory Science are the Governmental Research Agencies (GRA) that belongs to the ministries. The Federal Government defines tasks for the GRAs like institutionalized and purpose-oriented in-house research in its own facilities and) the formation and support of expert systems under the principle of economy and expediency (Bundesregierung 2007).

GRAs are under public attack if their scientific knowledge contains epistemic uncertainties and conflict in the same time with political, moral, social or economic interests (Leuschner 2012). These can be topics of high social relevance, but also very specific scientific sub-areas. This work deals with these specialized areas, more precisely with the legitimation and objectivity within Regulatory Science. Regulatory Science is all about weighing political, moral, social and economic interests and come to an assessment of uncertainties and risk. In three case studies, I will provide information about the changing conditions of legitimation and the effects on the work for GRAs in Germany.


Johanna Johannsen

Thema der Dissertation:

Das professorale Selbstverständnis: Beteiligungen und Orientierungen von niedersächsischen Professorinnen und Professoren in der akademischen Selbstverwaltung.

Neben Forschung und Lehre ist die Mitwirkung in Gremien und Kommissionen der Hochschule eine grundlegende Aufgabe einer jeden Professur. Als Inhaber der Schlüsselfunktionen des wissenschaftlichen Lebens sind Professorinnen und Professoren verpflichtet an der akademischen Selbstverwaltung teilzunehmen. Während sich nahezu niemand dieser Aufgabe entzieht, gibt es doch erhebliche Unterschiede in der Form der Beteiligung. In der Dissertation wird das professorale Selbstverständnis bzw. die Beruflichkeit von Professorinnen und Professoren im Hinblick auf ihre Beteiligung und Orientierung in der akademischen Selbstverwaltung untersucht. In einem sequentiellen Mixed Methods Design werden zunächst der Zusammenhang zwischen bestimmten Formen der Beteiligung (z.B. als Leitungsfunktion) und verschiedenen Einstellungen analysiert.  Anhand einer anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse können die quantitativen Ergebnisse weiter erklärt und eventuelle Lücken und Unklarheiten aufgedeckt werden. Eine weitere Perspektive soll schließlich die Rekonstruktion von Orientierungsrahmen liefern.

Die quantitative Datengrundlage liefert ein Datensatz mit über 600 Fällen. Für die qualitativen Analysen wurden 26 Interviews mit Professorinnen und Professoren an verschiedenen Hochschulen geführt.

Ziel ist es, theoretisch und empirisch fundiert zu erklären, warum Professorinnen und Professoren sich unterschiedlich in der akademischen Selbstverwaltung beteiligen und damit verbunden das professorale Selbstverständnis zu beleuchten.


Friederike Knoke

Thema der Dissertation (in Kooperation mit Michaela Pook-Kolb):

Das Brückenprojekt befasst sich aus soziologischer und rechtswissenschaftlicher Sicht damit, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mit Forschungsdaten umgehen. Im Rahmen einer empirischen Erhebung sollen die disziplinspezifischen Praktiken von Wissenschaftler/innen im Umgang mit selbst erzeugten Forschungsdaten erhoben werden. Zu diesem Zweck werden in vier unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen (Biologie, Linguistik, Medizin, Psychologie) Interviews mit (Post-)Doktorandinnen und (Post-)Doktoranden zu ihren aktuellen Forschungsprojekten geführt. Weiterhin werden die bestehenden Regelungskonzepte dargestellt und diese dann mit den aus den empirischen Ergebnissen hervorgehenden Interessen der Forscherinnen und Forscher verglichen.

Ziel des Brückenprojektes ist es, neue Erkenntnisse über die Handlungsorientierungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezüglich des Umgangs mit Forschungsdaten zu gewinnen und darauf basierend das in Bezug auf Forschungsdaten geltende Recht zu evaluieren.


Julia Loose

Thema der Dissertation:

Exploration der Interaktion von Hochschullehrenden und Studierenden mit Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung an deutschen Hochschulen

Artikel 24 der UN-BRK fordert die deutschen Hochschulen auf eine gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung mithilfe angemessener Vorkehrungen sicherzustellen. Aktuelle Daten zeigen, dass der Anteil von Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen an deutschen Hochschulen zunimmt (Middendorff et al., 2017) und beeinträchtigungsbezogene Schwierigkeiten bei der Studiendurchführung unter anderem im Bereich „soziale[s] Miteinander, Kontakte und Kommunikation“ zum Ausdruck kommen (Deutsches Studentenwerk, 2018). Tinto (1975) hat aufgezeigt, dass die Interaktionen mit Kommilitonen und Hochschullehrenden zur erfolgreichen Integration (akademisch und sozial) beitragen und somit wichtig für den Hochschulerfolg sind. Trotz der Bedeutung der Interaktion von Hochschullehrenden mit Studierenden mit Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung findet diese in bisherigen Untersuchungen lediglich geringe Beachtung. Im Rahmen meiner Dissertation untersuche ich die Interaktion von Hochschullehrenden und Studierenden mit Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung mithilfe qualitativer Forschungsmethoden. Ziel dabei ist es wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Bedeutung der Interaktion zwischen Hochschullehrenden mit Studierenden mit Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung zu gewinnen, die zukünftig zu einer zielgerichteten Umsetzung des Artikel 24 der UN-BRK beitragen können. 


Björn Möller

Thema der Dissertation:

Politische Steuerung der Hochschulen durch kennzahlenbasierte Darstellungs- und Informationsberichte - Eine empirische Analyse in sechs Bundesländern

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Beziehung zwischen der Hochschule als Organisation und dem Wissenschaftsministerium als politische Institution sowie die ökonomischen Kennzahlenberichte als potenzielle Steuerungsinstrumente. Mit der Analyse der beschriebenen Punkte soll einerseits ein Beitrag zur organisationssoziologischen Weiterentwicklung der Hochschulforschung geleistet und andererseits die Verbesserung der Sprachfähigkeit zwischen Hochschule und Politik über das Darstellungs- und Analyseinstrument „Kennzahlenberichte“ vorangetrieben werden. Die zentrale Fragestellung ist: (Wie) Bewertet und steuert die Politik Hochschulen über ihre ökonomischen Kennzahlenberichte? Grundlegend wird diskutiert, ob die von den Hochschulen kontinuierlich erstellten Berichte in der Politik überhaupt eine Verwendung haben.

Falls dies der Fall ist, wie die Kennzahlenberichte von politischen Akteurinnen und Akteuren genutzt werden. Welchen Effekt haben beispielsweise die Hochschulstatistiken bei den zukünftigen Verhandlungen über Ziel- und Leistungsvereinbarungen? Welchen Effekt der kaufmännische Jahresabschluss, wenn es um die zukünftige Finanzierung der Hochschule geht? Und in welchem Sinne lässt die Politik Aspekte der Hochschulstatistiken in ihre Analyse einfließen?


Stefanie Oelker

Thema der Dissertation:

Politische Partizipation im Hochschulkontext: Charakteristika, Kompetenzen und zivilgesellschaftliche Ungleichheiten    

Neben der Vorbereitung zur Partizipation auf dem Arbeitsmarkt wird mit Hochschulbildung heutzutage eine zentrale Rolle bei der Förderung aktiver gesellschaftlicher Teilhabe assoziiert. Zivilgesellschaftliche Aktivitäten sind zentral für die Erhaltung demokratischer Gesellschaften, indem sie zur Gestaltung der sozio-politischen Bedingungen auf unterschiedlichen Ebenen und zur Förderung gesellschaftlicher Integration beitragen.

Ein Zusammenhang zwischen Hochschulbildung und politischer Partizipation ist empirisch belegt. Im Rahmen meiner Dissertation möchte ich die Charakteristika der Partizipation von Akademiker(inne)n weitergehend entschlüsseln und potenzielle Ungleichheiten innerhalb der Gruppe der (scheinbar) privilegierten Studierenden und Hochschulabsolvent(inn)en beleuchten.


Michaela Pook-Kolb

Thema der Dissertation (in Kooperation mit Friederike Knoke):

Das Brückenprojekt befasst sich aus soziologischer und rechtswissenschaftlicher Sicht damit, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mit Forschungsdaten umgehen. Im Rahmen einer empirischen Erhebung sollen die disziplinspezifischen Praktiken von Wissenschaftler/innen im Umgang mit selbst erzeugten Forschungsdaten erhoben werden. Zu diesem Zweck werden in vier unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen (Biologie, Linguistik, Medizin, Psychologie) Interviews mit (Post-)Doktorandinnen und (Post-)Doktoranden zu ihren aktuellen Forschungsprojekten geführt. Weiterhin werden die bestehenden Regelungskonzepte dargestellt und diese dann mit den aus den empirischen Ergebnissen hervorgehenden Interessen der Forscherinnen und Forscher verglichen.

Ziel des Brückenprojektes ist es, neue Erkenntnisse über die Handlungsorientierungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezüglich des Umgangs mit Forschungsdaten zu gewinnen und darauf basierend das in Bezug auf Forschungsdaten geltende Recht zu evaluieren.


Vitus Püttmann

Thema der Dissertation:

On the Organization of University-Firm Collaborations – Forms and Their Determinants from a Transaction Cost Theory Perspective

Interactive forms of knowledge transfer between university researchers and firms have emerged as a crucial part of the innovation systems of contemporary societies. However, key features of these collaborations, including the ways in which they are organized, remain poorly understood to date. Focusing on consulting assignments, contract research projects and research collaborations, the dissertation project investigates a) which contractual features and governance mechanisms – that is, organizational forms – cooperating parties deploy to coordinate their objectives and activities, and b) how differences in the choice of organizational forms can be explained. To answer the research questions, an analytical framework building on transaction cost theory is developed, which revolves around an explanatory model for the choice of organizational forms of university-firm collaborations. Hypotheses derived from that model are, subsequently, tested empirically based on a survey of actors involved in university-firm collaborations in the natural and engineering sciences in Germany.


Marco Miguel Valero Sanchez

Thema der Dissertation:

Wissenschaftliche Karriereverläufe von Postdoktorand*innen mit Behinderung und/oder chronischer Krankheit

Im Mittelpunkt der Dissertation stehen wissenschaftliche Karriereverläufe von Postdoktorand*innen mit Behinderung und/oder chronischer Krankheit an Hochschulen und dabei die übergeordnete Frage, welche Bedingungen und Möglichkeiten den langfristigen Verbleib dieser Personen im Wissenschaftssystem fördern bzw. hemmen. Hierzu soll auf der Makroebene der Hochschulgovernance eine Analyse der Rahmenbedingungen, Strukturen und Steuerungselemente an deutschen Hochschulen vorgenommen werden, die die Inklusion der Betroffenen beeinflussen. Um den Zugang zu diesem sensiblen Forschungsfeld zu erschließen, sollen zudem Experteninterviews insbesondere mit (Schwer-)Behinderten-, Inklusions- und Gleichstellungsbeauftragten sowie Personalverantwortlichen geführt werden. Über diese Gesprächspartner*innen soll auch der Kontakt zu Postdoktorand*innen mit Behinderung und/oder chronischer Krankheit hergestellt werden, um mit ihnen problemzentrierte Interviews über den Umgang mit Behinderung und/oder chronischer Krankheit und deren Bewältigung im Arbeitsalltag, strukturelle Barrieren sowie konkrete Unterstützungsleistungen und Förderbedarfe zu führen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die die Auswirkungen von Behinderung und/oder chronischer Krankheit auf die Erwerbstätigkeit an Hochschulen zu untersuchen und dabei einen relevanten Forschungsbeitrag zur Chancengerechtigkeit im wissenschaftlichen Qualifizierungs- und Karriereverlauf aus Sicht der Betroffenen zu leisten.


Saskia-Rabea Schrade

Thema der Dissertation (siehe DFG Projekt):

Zum Zusammenhang von disziplinären Originalitätskonzepten und handlungspraktischen Orientierungen für das Teilen von Daten

Das Forschungsprojekt geht von der bislang noch nicht untersuchten, forschungsleitenden Annahme aus, dass ein Zusammenhang zwischen den disziplinären Konzepten wissenschaftlicher Originalität und den handlungspraktischen Orientierungen für das Teilen von Daten besteht, der über das Streben nach wissenschaftlicher Reputation vermittelt ist. Die Zuerkennung von wissenschaftlicher Reputation, das haben die bisherigen Arbeiten über wissenschaftliche Originalität gezeigt, hängt davon ab, dass wissenschaftliches Wissen generiert wird, das als originell gilt. Bislang ist dieser Zusammenhang noch nicht untersucht worden, obwohl für die Annahme einige Indizien sprechen: Beispielsweise geben Wissenschaftler/innen als zentralen Grund an, warum sie Daten nicht teilen, dass dies nicht mit wissenschaftlicher Reputation honoriert würde. Sie bekunden weiterhin, Daten erst dann weiterzureichen, wenn sie diese nicht mehr für hochrangige Publikationen nutzen können, sprich zur Steigerung ihrer wissenschaftlichen Reputation. Andererseits werden Daten geteilt, sofern sich durch diese Weitergabe die Chancen, wissenschaftlich originelles Wissen zu generieren, vergrößern. Die Konzepte von Originalität unterscheiden sich disziplinenspezifisch, wie u.a. aus eigenen Vorarbeiten zu diesem Thema bekannt ist. Darin könnte ein wichtiger Grund für die disziplinären Unterschiede beim Data Sharing liegen. Im Forschungsprojekt soll dieser Zusammenhang empirisch untersucht werden. Der Zusammenhang wird für die drei Disziplinen Biologie, Neurowissenschaften und Informatik untersucht.

Für die empirische Untersuchung werden offene Interviews mit den Leiter/innen, weil sie letztendlich über das Data Sharing entscheiden, und mit Mitarbeiter/innen, weil sie es praktisch durchführen werden, in ausgewählten Forschungsprojekten der drei Disziplinen geführt. Ziel des Projekts ist es, eine Typologie der handlungspraktischen Orientierungen, die in Beziehung zu den disziplinenspezifischen Konzepten von Originalität gesetzt werden, zu entwickeln.


Tabea Schroer

Thema der Dissertation:

Neue, alte Ungleichheit? Zur (Ent-) Differenzierung sozialer Zugehörigkeit unter Studierenden an einer Grande École in Zeiten der Internationalisierung

Die Zusammensetzung der Studierendenschaft an den französischen Grandes Écoles hat sich seit den 2000er Jahren durch neue Zugangs- und Vorbereitungsverfahren verändert. Das Dissertationsprojekt untersucht vor diesem Hintergrund die (Ent-) Differenzierung sozialer Zugehörigkeiten unter Studierenden an einer Pariser Grande École, d.h. die kulturelle Kategorisierung von Menschen. Im Fokus der Arbeit steht die Frage nach dem Erleben des Studiums an einer Grande École aus der Perspektive der Studierenden. Mittels einer Kombination von biographisch-narrativen Interviews und teilnehmender Beobachtung wird untersucht, welche Konstellationen von Zugehörigkeit für die Studierenden an einer Grande École relevant werden und an welche Unterscheidungen von Personen dabei angeschlossen wird. 


Thorben Sembritzki

Thema der Dissertation: 

Gestaltung von Karrierewegen und Stellenprofilen für Professuren an deutschen Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaft)

Die Professur stellt den zentralen Stellentypus im deutschen Hochschulsystem dar. Allerdings gibt es Anzeichen für eine Zunahme von Varianten bei der konkreten Ausgestaltung von Professuren, etwa mit Blick auf die Zugangs- und Qualifizierungswege, den genauen Aufgabenzuschnitt, die Ausstattung, die Finanzierung, die organisationale Einbettung oder erwünschte spezifische Merkmale der Professorinnen und Professoren selbst. Besondere systembedingte Unterschiede bestehen dabei zusätzlich zwischen Universitäten und FH/HAW.

Ich beschäftige mich mit den Strukturen und Bedingungen (Hochschulgesetze, Förderprogramme, Modellprojekte), die einer solchen Binnendifferenzierung der Professur mittels verschiedener Instrumente zugrunde liegen und die sich in der konkreten Gestaltung von Karrierewegen und Stellenprofilen für Professuren auf verschiedenen Ebenen (Bund, Bundesland, Hochschule, Fakultät) niederschlagen.

Aus einer organisationssoziologischen Perspektive beschäftige ich mich vor allem mit der Frage, welche (z. B. rechtlichen oder finanziellen) Spielräume dabei den Handlungen von Hochschulen zugrunde liegen, wenn sie bestimmte Stellenvarianten implementieren, wie sie in diesem Rahmen agieren, und wann bzw. wie die Hochschulen selber neue Handlungsspielräume eröffnen.

Die kumulativ angelegte Promotion ist an das LCSS-Brückenprojekt Binnendifferenzierung der Professur angebunden.


Lisa Walther

Thema der Dissertation: 

Die Institutionalisierung von Berufungsbeauftragten an deutschen Universitäten

Aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Bedeutung von Professuren für das Profil der Hochschule ist es den Universitäten ein Anliegen, die Qualität des Berufungsverfahrens zu sichern und die Berufungsentscheidung zu legitimieren. Ein Element zur Verfahrenssicherung der Auswahlentscheidung der Berufungskommission ist die Festsetzung von Berufungsordnungen. Über die jeweiligen Berufungsordnungen hinaus gehen Hochschulen zunehmend dazu über, Berufungsbeauftragte als Instanzen für die Sicherstellung der Verfahrensqualität einzusetzen. Die Benennung von Berufungsbeauftragten ist in den meisten Bundesländern bisher jedoch nicht obligatorisch. Die organisationale Verankerung von Berufungsbeauftragten, ihr Status sowie die Ausgestaltung der Aufgabenbereiche werden in den Berufungsordnungen der Hochschulen festgehalten und gestalten sich entsprechend divers.

Ziel des Promotionsprojekts ist es zu untersuchen, warum sich die Position der Berufungsbeauftragten zunehmend als neue Personalkategorie institutionalisiert und wie sie zur Qualitätssicherung von Berufungsverfahren an deutschen Universitäten beitragen soll. Hierfür werden Landeshochschulgesetze, ausgewählte Berufungsordnungen und -leitlinien ausgewertet sowie Interviews mit Berufungsbeauftragten durchgeführt.


Leonie Weißenborn

Thema der Dissertation:

Reformen in der Wissenschaft und die Innovations- und Widerstandsfähigkeit des Wissenschaftsfeldes

Mein Forschungsinteresse liegt auf Veränderungen und Reformen der orthodoxen Leitkulturen des Wissenschaftsfeldes, die durch innovative Ideen und Motive oder Neuordnungen der Strukturen und Institutionen in Hochschule und Forschung initiiert werden. Dabei fokussiere ich die Innovations- beziehungsweise Widerstandsfähigkeit des Wissenschaftsfeldes anhand unterschiedlicher Neuerungen. Einerseits betrachte ich die Anträge zur Förderung außergewöhnlicher Forschungsvorhaben und untersuche, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unkonventionelle Ideen in Forschungsförderanträgen umreißen. Dabei stelle ich heraus, welchen konventionellen Anforderungen relevanter Forschungsbereiche entsprochen werden muss, um eine Finanzierung für die Forschung zu erhalten. Zum anderen begleite ich die universitäre Implementierung der BMBF-geförderten Tenure-Track-Professuren. Das Tenure-Track-Verfahren soll zu einem zusätzlichen Rekrutierungsweg auf die Professur an deutschen Universitäten werden, sodass ich analysiere, wie sich bereits institutionalisierte Rekrutierungswege darauf auswirken, einen neuen Rekrutierungsweg zu implementieren. In einem weiteren Schritt gilt es herauszustellen, wie die Tenure-Track-Professur konzeptionell in der Universität Einzug findet.